Projekt "Gemeinsam gegen Antisemitismus" der Landeskirche Hannover
Die Gemeinde St. Nathanael nimmt seit 2025 am Projekt „In Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft – Gemeinsam gegen Antisemitismus“ der Landeskirche Hannover teil. Antisemitismus ist eine reale und wachsende Bedrohung in unserer Gesellschaft. Er zeigt sich nicht nur in Vorurteilen, sondern auch zunehmend in offener Gewalt. Umso wichtiger ist es Antisemitismus entgegenzutreten und Räume zu schaffen, in denen Wissen, Begegnung und Solidarität wachsen können.
Das Projekt lädt dazu ein, sich intensiver mit jüdischem Leben, jüdischer Geschichte und dem Judentum als Religion auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht nur um Erinnerung, sondern auch darum jüdisches Leben heute wahrzunehmen. Vielfältig, lebendig und als selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft. Begegnungen auf Augenhöhe helfen antisemitische Stereotype aufzubrechen und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Uns als Christ*innen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen und teilt mit diesem viele Texte, Traditionen und Glaubensgeschichten. Gleichzeitig gehört zur christlichen Geschichte auch eine Tradition antijüdischer Auslegung, Ausgrenzung und Verfolgung. Gerade deswegen ist es wichtig, sensibel mit jüdischen Traditionen umzugehen, Vereinnahmungen zu vermeiden und jüdische Perspektiven zu Wort kommen zu lassen.
Im Rahmen des Projekts finden von 2025 - 2027 jedes Jahr mindestens drei Veranstaltungen statt, die zur Auseinandersetzung mit dem Judentum einladen und Begegnung ermöglichen. Im vergangenen Jahr besuchten beispielsweise Teilnehmer aus St. Nathanael und weiteren angrenzenden Kirchengemeinden das Haus der Religionen und die liberale jüdische Gemeinde. Im Juni 2026 haben bereits 45 Besucher*innen aus den Gemeinden St. Nathanel, St. Philippus und St. Nicolai an einer Führung über den historischen jüdischen Friedhof in Bothfeld teilgenommen. Auch der Israelsonntag ist fester Bestandteil des Projekts.